Genugzahl

Grundlagen · 3 Min. Lesezeit

Was ein Kind in Deutschland wirklich kostet

763 Euro im Monat, sagt das Statistische Bundesamt – Stand 2018. Inflationsbereinigt sind es rund 946 Euro, nach Kindergeld bleiben 687. Über 18 Jahre sind das 148.000 Euro – und darin fehlt etwas Entscheidendes.

Die Zahl, die niemand gerne hört

Kinder kosten Geld. Das weiß jeder. Wie viel, darüber herrscht erstaunlich wenig Klarheit, und die Schätzungen gehen weit auseinander. Das Statistische Bundesamt hat für Paare mit einem Kind Konsumausgaben von 763 Euro im Monat ermittelt, Stand 2018. Rechnet man die Teuerung seit 2018 ein (Verbraucherpreisindex: +24 Prozent), landet man bei rund 946 Euro.

Davon geht das Kindergeld ab. 2026 sind das 259 Euro pro Monat – seit 2023 für jedes Kind gleich hoch. Bleiben rund 687 Euro, die tatsächlich aus deiner Tasche kommen.

Über 18 Jahre sind das etwa 148.000 Euro. Für ein Kind. Ohne Studium, ohne Führerschein, ohne die erste Wohnung.

Warum die Summe pro Kind sinkt

Beim zweiten Kind wird es günstiger, jedenfalls statistisch. Das Bundesamt beziffert die Ausgaben für zwei Kinder auf 1.276 Euro statt der doppelten 1.526. Der Grund ist banal: Vieles wird weitergegeben. Kinderzimmer, Kleidung, Fahrräder, Spielzeug.

Für drei Kinder sind es 1.770 Euro – nur 494 Euro mehr als bei zwei. Der Zuwachs schrumpft mit jedem Kind: 513 Euro beim zweiten, 494 beim dritten. Wer also glaubt, jedes Kind koste gleich viel, überschätzt die Familie nach oben – und unterschätzt sie gleichzeitig, weil in diesen Zahlen keine Nachhilfe, kein Musikunterricht und kein Auslandsjahr steckt.

Was die 763 Euro nicht zeigen

Die Zahl des Statistischen Bundesamts ist eine Konsumgröße. Sie enthält, was Haushalte für Kinder ausgeben – einschließlich Kita-Gebühren und eines Anteils fürs Wohnen. Was sie nicht enthält, ist alles, was kein Konsum ist.

  • Die Zeit. Wer nach der Geburt ein Jahr aussteigt oder dauerhaft in Teilzeit geht, verliert Erwerbseinkommen. Das ist der größte Posten in der Kinderrechnung und steht in keiner Ausgabenstatistik.
  • Das Alter. 763 Euro sind ein Durchschnitt über alle Altersstufen. Für Kinder bis sechs Jahre nennt das Bundesamt 679 Euro, für 12- bis 18-Jährige 953. Jugendliche kosten rund ein Drittel mehr als Kleinkinder.
  • Der Auszug. Führerschein, Erstausstattung, Studium. Diese Beträge fallen nach dem 18. Geburtstag an und liegen außerhalb der Statistik – je nach Weg zwischen 5.000 und 40.000 Euro, beim Studium als laufender Posten über mehrere Jahre.

Ein Kinderzimmer mehr heißt außerdem 15 bis 20 Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche. In München sind das bei 23,70 Euro pro Quadratmeter rund 400 Euro im Monat (bei 17 Quadratmetern), in Leipzig bei 10,50 Euro etwa 180. Diese Werte sind Angebotsmieten, keine Bestandsmieten.

Was das für die Genugzahl bedeutet

Der Rechner behandelt Kinderkosten getrennt von den laufenden Ausgaben. Das ist Absicht. Der Rechner setzt die Kosten bis zum 18. Geburtstag an und rechnet sie flach. In Wahrheit steigen sie mit dem Alter, und Auszug, Führerschein oder Studium danach kommen extra.

Wer mit 30 ein Kind bekommt, zahlt bis 48. Wer mit 45 noch eines bekommt, bis 63. Der Zeitpunkt verändert nicht die Summe, aber er verändert, wie viel Vermögen du in welchem Alter brauchst.

Deshalb fragt der Rechner nach dem Durchschnittsalter der Kinder und nicht nur nach der Anzahl. Es macht einen Unterschied, ob du noch 15 Jahre zahlst oder noch 2.

Die ehrliche Einordnung

148.000 Euro pro Kind klingt nach sehr viel, und für viele Haushalte ist es das auch. Aber es sind rund 687 Euro im Monat, verteilt über 18 Jahre. Das ist eine Größe, die sich planen lässt, wenn man sie kennt.

Wer die Kinderkosten aus der Genugzahl-Rechnung heraushält, bekommt eine Zielsumme, die um den Barwert von rund 148.000 Euro zu niedrig ist. Bei einem Kind. Bei zwei Kindern entsprechend mehr.

Kinder mitrechnen – Anzahl und Alter ändern die Zahl deutlich.

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Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.