Finanzielle Freiheit in Frankfurt: So viel brauchst du wirklich
Frankfurt ist die zweitteuerste Stadt im Rechner – aber nicht wegen der Kaufpreise. Es sind die Mieten und eine Grunderwerbsteuer von 6 Prozent.
Grundlage: zwei Erwachsene, 70 Quadratmeter, keine Kinder, 5 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflation, 24 Monate Pflegereserve. Keine individuelle Empfehlung.
Frankfurt: hohe Mieten, hohe Kaufnebenkosten
Mit 17,80 Euro pro Quadratmeter liegt Frankfurt an zweiter Stelle hinter München; beim Kaufpreis liegt es mit 6.293 Euro unter München und Hamburg, aber über Berlin. Für 70 Quadratmeter bedeutet das 1.246 Euro Kaltmiete und einen Kaufpreis von 440.510 Euro.
Die Besonderheit in Hessen sind die Nebenkosten: 6 Prozent Grunderwerbsteuer gehören zur Spitzengruppe; nur die fünf Länder mit 6,5 Prozent liegen darüber. Mit Notar und Grundbuch landet eine 70-Quadratmeter-Wohnung bei rund 491.000 Euro statt der 440.510 des reinen Kaufpreises.
Die Monatsrechnung
Kaltmiete 1.246 Euro, Nebenkosten und Strom 267 Euro, Lebenshaltung 2.409 Euro, Krankenversicherung 858 Euro – zusammen 4.780 Euro im Monat. Bei einem Faktor von 491 wären das 2,35 Millionen; nach Sparer-Pauschbetrag sind es 2,32 Millionen Euro Kapital. Mit der Pflegereserve von 161.000 Euro sind es 2,48 Millionen.
Zum Vergleich: In München wären es 2,73 Millionen. Der Abstand von rund 250.000 Euro kommt überwiegend von der Miete: 5,90 Euro pro Quadratmeter Unterschied, über 70 Quadratmeter 413 Euro im Monat, über den Faktor gerechnet etwa 203.000 Euro. Der Rest sind höhere Krankenversicherungsbeiträge, weil das größere Kapital die Beiträge treibt.
Kaufen oder mieten
Wer in Frankfurt kauft und bar bezahlt, senkt seine monatlichen Ausgaben auf 3.344 Euro. Das Kapital für die laufenden Kosten sinkt auf 2,27 Millionen – 213.000 Euro weniger als bei Miete. Rechnet man die 491.000 Euro für die Wohnung dazu, braucht der Käufer mit 2,76 Millionen aber 279.000 Euro mehr Vermögen.
Der Haken: Die 491.000 Euro müssen erst vorhanden sein. Bei einer Sparrate von 3.000 Euro im Monat und 5 Prozent Rendite dauert allein dieser Teil gut elf Jahre, ohne dass ein Cent für die eigentliche Genugzahl zurückgelegt wurde.
Was Frankfurt besonders macht
Frankfurt zeigt, wie stark die Nebenkosten den Kaufpreis übersteigen: 11,6 Prozent Aufschlag auf den reinen Kaufpreis. Stuttgart liegt mit 4.737 Euro pro Quadratmeter rund ein Viertel unter Frankfurt und hat nur 5 Prozent Grunderwerbsteuer – deshalb sind dort auch die Nebenkosten absolut niedriger: 35.049 statt 50.967 Euro.
Für Mieter spielt das keine Rolle. Für Käufer ist das ein Grund, die Nebenkosten in die Rechnung aufzunehmen und nicht nur den Kaufpreis zu betrachten.
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Zum RechnerAlle Städte im Vergleich: München · Hamburg · Stuttgart · Köln · Berlin · Düsseldorf · Leipzig
Quellen
- GREIX Mietpreisindex – Angebotsmieten Q2 2026
- Destatis – Private Konsumausgaben nach Haushaltsgröße
- Postbank Wohnatlas / HWWI – Kaufpreise Bestandswohnungen
- Deutscher Mieterbund – Betriebskostenspiegel (2,67 €/m² inkl. Heizung)
- vdek – Eigenanteile im Pflegeheim, Juli 2026
- Verbraucherzentrale – Freiwillig gesetzlich versichert
- Grunderwerbsteuer-Sätze der Bundesländer
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.