Finanzielle Freiheit in Stuttgart: So viel brauchst du wirklich
Stuttgart ist der Ort, an dem Kaufen rechnerisch am meisten bringt – 275.000 Euro Unterschied. Der Grund liegt nicht beim Kaufpreis allein.
Grundlage: zwei Erwachsene, 70 Quadratmeter, keine Kinder, 5 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflation, 24 Monate Pflegereserve. Keine individuelle Empfehlung.
Stuttgart: niedrige Kaufpreise, hohe Mieten
16,30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, aber nur 4.737 Euro Kaufpreis – Stuttgart hat unter den acht Städten den niedrigsten Preis-Miete-Faktor. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung kostet 1.141 Euro kalt oder 331.590 Euro beim Kauf.
Das Verhältnis liegt bei 291 Monaten, also gut 24 Jahren. Das ist deutlich günstiger als Hamburg (388 Monate) oder München (383 Monate – ähnlich teuer wie Hamburg, bei mehr als doppeltem Kaufpreis).
Die Monatsrechnung
1.141 Euro Miete, 267 Euro Nebenkosten, 2.409 Euro Lebenshaltung, 835 Euro Krankenversicherung. Zusammen 4.652 Euro. Kapitalbedarf: 2,26 Millionen. Mit Pflegereserve: 2,42 Millionen.
Damit liegt Stuttgart fast gleichauf mit Hamburg (2,43 Millionen), obwohl der Kaufpreis pro Quadratmeter 1.657 Euro niedriger ist. Der Grund ist die Miete, die in die laufenden Ausgaben eingeht: 16,30 gegen 16,50 Euro machen über 70 Quadratmeter 14 Euro im Monat aus, über den Faktor gerechnet rund 6.900 Euro. Zusammen mit dem etwas höheren Krankenversicherungsbeitrag sind es rund 8.400 Euro.
Kaufen ist hier am attraktivsten
Mit 5 Prozent Grunderwerbsteuer, rund 2 Prozent Notar und Grundbuch sowie 3,57 Prozent Maklerprovision – zusammen etwa 10,6 Prozent – kostet die Wohnung rund 367.000 Euro. Nach dem Kauf sinken die laufenden Ausgaben auf 3.344 Euro, die Gesamtsumme auf 2,15 Millionen.
Das sind 275.000 Euro weniger als bei Miete – der größte Abstand zwischen den beiden Varianten unter den acht Städten. Der Grund liegt in der Kombination aus hoher Miete und vergleichsweise niedrigem Kaufpreis: Wer hier kauft, ersetzt eine teure laufende Zahlung durch eine einmalige.
Ob das die richtige Entscheidung ist, hängt an Faktoren, die der Rechner nicht kennt: wie lange man bleibt, ob man das Kapital hat, und ob man die Instandhaltung selbst tragen will. Der Rechner zeigt nur, was die Zahlen sagen.
Was in Stuttgart übersehen wird
Die Kaufpreise in Stuttgart sind im Verhältnis zur Miete niedrig – gemessen an anderen deutschen Großstädten. Das macht die Stadt für alle interessant, die kaufen wollen und die Miete als Geld betrachten, das weg ist.
Gleichzeitig ist die Miete hoch genug, dass Mieter nicht automatisch schlechter dastehen. Der Vergleich setzt keine Haltedauer voraus und rechnet keine Wertsteigerung, Verkaufsnebenkosten oder Finanzierung ein – er vergleicht nur den Vermögensbedarf für beide Varianten.
Was kostet deine Wohnung? Trag die echte Miete ein, nicht den Durchschnitt.
Zum RechnerAlle Städte im Vergleich: München · Frankfurt · Hamburg · Köln · Berlin · Düsseldorf · Leipzig
Quellen
- GREIX Mietpreisindex – Angebotsmieten Q2 2026
- Destatis – Private Konsumausgaben nach Haushaltsgröße
- Postbank Wohnatlas / HWWI – Kaufpreise Bestandswohnungen
- Deutscher Mieterbund – Betriebskostenspiegel (2,67 €/m² inkl. Heizung)
- vdek – Eigenanteile im Pflegeheim, Juli 2026
- Verbraucherzentrale – Freiwillig gesetzlich versichert
- Grunderwerbsteuer-Sätze der Bundesländer
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung.